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„Europa geht unter – Viel Spaß dabei!“
KIS präsentierte „Storno 2010-Die Abrechnung“ - Riesenerfolg |
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Eine griechische Tragödie, die zu Lachtränen inspirierte: Die Münsteraner Kabarettisten Thomas Philipzen, Jochen Rüther und Harald Funke (v .l.) rechneten im Gemeindezentrum Salzbergen auf ihre Weise mit dem vergangenen Jahr ab und begeisterten das Publikum.
Foto und Text: Anne Bremenkamp |
„Früher waren Politiker noch richtige Drecksäcke, da machte Kabarett noch Spaß. Wenn man heute einen scharfzüngigen Text formuliert, treten die Politiker sofort zurück. Da macht Kabarett nur noch depressiv.“ Die eigenen Worte Lügen strafen, dass ist eine Kunst, die von den Münsteranern Harald Funke, Jochen Rüther und Thomas Philipzen perfekt beherrscht wird. Denn sie verstehen es, den Staub von herkömmlichen Kabarettdarbietungen abzuklopfen. Auf Einladung der Kulturinitiative Salzbergen zog das preisgekrönte Kabarettistentrio im Gemeindezentrum mit ihrem Kult-Programm „Storno 2010 - Die Abrechnung“ nicht ohne ironischen Fingerzeig auf gesellschaftliche Eliten alle Register der bravourösen Unterhaltung und hinterließ nach fast drei Stunden voller Pointen ein restlos begeistertes Publikum. „Europa geht unter, viel Spaß dabei!“ Die traurigen Höhepunkte des fast abgelaufenen Jahres in Kirche, Politik, Gesundheitssystem, Atomenergie, Integration oder Fußball-WM inspirierten die Künstler zu humoristischen Höhenflügen und stürzten die 150 Zuschauer nicht in Depressionen, sondern in ungebremste Lachsalven. Dabei traf begriffsstutziger Griesgram auf nüchternen Feingeist und aufgedrehten Gute-Laune-Menschen, was wiederum mitten in den Nerv des Publikums traf. Der Aufschwung Deutschlands sei von den Steuerzahlern gekauft und von den Armen geklaut, stellten die charismatischen Künstler fest und betonten: „Einem Land, in dem man mit der Aussprache eines isländischen Vulkans Geld verdienen kann, dem muss es gut gehen.“ Wenn der falsche Fuffziger Zwanziger sich darüber aufregt, dass die Kanzlerin eine Kabine voller verschwitzter und durchtrainierter Männer besucht, wenn die menschliche Zuwendung nicht mehr beim Hausarzt, sondern unter www.scharfe_miezen.com erfolgt und die ältere Generation adäquate Pflegeprogramme nur noch bei ihren Waschmaschinen zu erwarten hat, dann liegt was im Argen. Der Euro röchelt, die Wiege der europäischen Kultur steht nicht in Ikea, sondern in Griechenland und dort konnte man sich schon vor vielen tausend Jahren kein Dach für die Akropolis und keine Kleider für Göttervater Zeus leisten. 50 Jahre nach Erfindung der Pille ist klar: Deutschland stirbt aus, selbst die Alten müssen wieder in die Produktion eintreten. Praktisch, denn vom ersten Kindergeld kann der Rollator finanziert werden und nachts müssen die Betagten ja eh öfter mal raus. „Storno 2010“ ist für das Publikum mit dem letzten Schlussapplaus noch lange nicht vorbei, denn viele werden in den nächsten Tagen noch eine Antwort auf folgende Frage suchen: „Warum eigentlich laufen Nasen, während Füße riechen?“ |
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„Hootin´ the blues“: Hörnerv getroffen -
Blues- and Cocktailnight der Kulturinitiative Salzbergen |
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Blues & Cocktailnight der Kulturinitiative Salzbergen:
Die Band „Hootin´ the blues“ versprühte ihren Charme direkt im Publikum und lieferte lebendiges Entertainment.
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| Foto und Text: Anne Bremenkamp |
Ein Patronengürtel voller Mundharmonikas: Scharf geschossen wurde nicht, dafür traf die Band „Hootin´ the blues“ exakt den Hörnerv ihres Auditoriums. „Good Time Music“ versprach die Blues- and Cocktailnight der Kulturinitiative Salzbergen und sie hielt Wort: Das Publikum hatte im ausverkauften Kulturkeller eine gute Zeit und mächtig viel Stimmung, die nicht nur von den bunten und frisch servierten Cocktails herrührte.
Seit 24 Jahren sind Gerd Gorke, Günther Leifeld-Strikkeling und Rupert Pfeiffer als „Hootin´ the blues“ in Sachen „akustischer Blues, Ragtime, Country, Bluegrass und Jazz“ unterwegs und konnten im letzten Jahr den German Blues Challenge gewinnen. Die drei Individualisten wissen nicht nur durch ihre Musik und eindrucksvolle Stimmen zu überzeugen, sondern auch durch ihre von Witz und Esprit geprägten Moderationen zwischen den einzelnen Stücken. Der direkte Draht zum Publikum ließ die Show mit Entertainmentcharakter zu einem lebendigen Erlebnis werden. Die Vollblutmusiker hatten eine Vielzahl von Instrumenten im Gepäck und wechselten nicht nur zwischen akustischen Gitarren, sondern auch von der Mandoline über das Banjo bis hin zur Lap Steel Gitarre. Das Repertoire von „Hootin´ the blues“ war mal voller Tempo und mitreißendem Rhythmus, dann dominierten wieder ruhige Töne und gefühlvolle Balladen. Die Musiker mit Leidenschaft strahlten Bühnenpräsenz aus, sie versprühten ihren Charme mitten im Publikum. Das Publikum wiederum schnippte lässig mit den Fingern, wippte mit den Füßen und stellte fest: Eine heiße Mischung aus Blues, Boogie und Soul wirkt ansteckend und wohltuend zugleich. |
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Fünf kulturelle Leckerbissen in Salzbergen
KIS präsentiert erneut attraktives und vielfältiges Jahresprogramm |
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Kabarett in Reinkultur, Bluesmusik in stimmiger Atmosphäre und eine Prise Klassik:Das Erfolgsrezept von KIS wird auch 2011 wieder ein großes Publikum begeistern:
V. l.:
Ellen Ellguth, Mechthild Sunderdieck, Dagmar Roling, Brunhilde Rausing und Bürgermeister Andreas Kaiser.
(Es fehlt Hermann Lammen.) |
Foto und Text: Anne Bremenkamp |
Kultur ist der Spielraum der Freiheit und das Experimentierfeld des Möglichen. Die Kulturinitiative Salzbergen KIS macht vieles möglich, wenn es gilt, vielfältigen und anspruchsvollen Kleinkunstcharakter in das inspirierende Ambiente des Kulturkellers zu holen. Ihr Lohn in den letzten drei Jahren: ein stets restlos ausverkauftes Haus und ein immer wieder aufs Neue begeistertes Publikum. Das wird auch 2011 so bleiben, denn KIS stellte im Rathaus Salzbergen ihr attraktives Jahresprogramm mit fünf kulturellen Leckerbissen vor.
Hinter KIS stehen Ellen Ellguth, Brunhilde Rausing, Dagmar Roling, Mechthild Sunderdieck und Hermann Lammen. Mit Unterstützung der Gemeinde sowie örtlicher Institutionen gelingt es ihnen immer wieder, große Künstler in die kleine Gemeinde zu holen. „Weitermachen!“, lautet daher auch die Empfehlung von Bürgermeister Andreas Kaiser, der überzeugt ist, dass das abwechslungsreiche Kulturprogramm Salzbergens dank KIS mit dem größerer Städte mithalten kann.
„Es ist uns gelungen, die Kultkabarettisten Funke, Philipzen und Rüther, die in großen Sälen bedeutender Kulturmetropolen heiß begehrt sind, wieder in Salzbergen zu präsentieren“, freuen sich die Initiatoren von KIS über die positive Resonanz, die der Kulturkeller als kleines Zentrum für Kunst, Kultur und Kommunikation über die Grenzen Salzbergens hinaus erfährt. Und daher fällt der Startschuss zu einer lebendigen Reise durch die Facetten der Kultur bereits vor dem Jahreswechsel, wenn es am 19. Dezember um 20:00 Uhr wieder heißt: „Storno 2010– Die Abrechnung“. Am 26. März gibt Kabarettist Bernhard Regenauer höchst amüsante Ein- und Ausblicke in seiner ebenso zeitkritischen wie zeitlosen „MIXtour“. Mit dem Trio Tangabile lädt KIS am 6. Mai zu einem „Tango á Paris“ ein. Das außergewöhnliche Konzert mit Heike Knief am Klavier, Gary Woolf an der Flöte und Piotr Rangno am Akkordeon lässt Klassik und Jazz ebenso lebendig werden wie ausgesuchte Melodien der Welt. „Sexy ist was anderes“ behauptet die bekannte Kabarettistin Anka Zink am 9. September auf einem unterhaltsamen Exkurs über Fluch und Segen der modernen Kommunikationsgesellschaft. Den Abschluss des kulturellen Jahresverlaufs bildet die etablierte Blues- & Cocktailnight am 25. November, das „Christian Bleiming Boogie Trio“ bietet mit viel Charme und einer Prise Humor ein fesselndes Programm aus Swing- und Bluesklassikern, während farbenfrohe Mixgetränke für noch mehr Stimmung sorgen. Unter www.kultur-initiative-salzbergen.de kann man neben vielen aktuellen Infos alles rund um KIS erfahren, dort sind auch Kartenvorbestellungen möglich. Ab dem ersten November 2010 läuft der Kartenvorverkauf in der Bürgerinfo des Rathauses Salzbergen an, es werden auch Gutscheine und Abos angeboten. Und wenn es wieder einmal heißen sollte „Ausverkauft“, rät KIS, sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Angesichts abwechslungsreichen Kleinkunstgenusses durchaus empfehlenswert

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